Der Transrapid: die schnellste deutsche Bahn

Der schnellste deutsche Zug ist einer, der niemals in Deutschland in Betrieb ging: der Transrapid. Der Zug, der technisch eine Magnetschwebebahn ist, konnte bis zu 550 Kilometer pro Stunde schnell werden.

Das Projekt wurde bereits 1977 ins Leben gerufen. Erste Teststrecken waren in Bayern geplant, scheiterten jedoch am Widerstand der Bevölkerung. Man wollte ein superschnelles Transportsystem ins Leben rufen, dass eine Konkurrenz zur Eisenbahn darstellte und vor allem die Dieselloks ablösen sollte. Eingebunden waren dabei die Firmen Thyssen und Siemens. Schliesslich fand man im Emsland genügend Bereitschaft, eine Teststrecke zu errichten. Im Jahr 2006 ereignete sich ein Unfall mit mehreren Toten auf der Strecke, die Betriebserlaubnis wurde kurzzeitig entzogen.

Heute ein Museum

Geplant war der Einsatz des Transrapids zwischen Hamburg und Hannover, Hamburg und Berlin sowie zwischen Essen und Bonn, Umgesetzt wurden die Planungen aber niemals. Statt dessen musste der Bund die Teststrecke einstellen sie ist heute ein Museum.

Der Transrapid wurde aber außerhalb Deutschlands verwirklicht: Das Unternehmenskonsortium konnte ihn nach Shanghai verkaufen. Im Jahr 2003 erzielte der Transrapid auf der dortigen Strecke einen Geschwindigkeitsrekord von 501 Stundenkilometer. Allerdings kam das Projekt auch in China nicht über die 30 Kilometer Teststrecke hinaus, vor allem erneut wegen Protesten der Bevölkerung.

Zahlreiche Versuche gab es auch in anderen Ländern, den Transrapid zu verkaufen. Im Iran und in Dubai, aber auch in England und in den Niederlanden stieß das Konzept auf großes Interesse. Das Problem ist weniger die technische Machbarkeit. Die ist bewiesen, und ist auch sicher. Die Bedenken kommen vor allem wegen der hohen Kosten. Diese sind nicht nur mit den Zügen verbunden, sondern vor allem mit der Infrastruktur. Für den Transrapid müssen komplett neue Strecken, Brücken und Tunnel gebaut werden. Das führt auch zu sehr hohen Planungskosten. Hinzu kommen Kosten wegen Umweltschutzauflagen. Und schliesslich fehlte auch die politische Unterstützung, weil lokale Initiativen in den meisten Ländern gegen die Strecken protestierten.